SCHWELLENRAUSCHEN
9. Juli bis 13. September 2026
„Schwellenrauschen“ beschreibt einen Zustand des Dazwischen, beschreibt das, was die Exponate der Ausstellung der Künstlerin Anna Charlotte Frevel unter Mitwirkung des Künstlers Maximilian Dörbecker charakterisiert:
Malerei, skulpturale Elemente, installative Setzungen und zeitbasierte Arbeiten treten in einen Dialog und eröffnen ein Gefüge, in dem sich digitale, materielle und biologische Prozesse überlagern; generierte Bildstrukturen werden in Malerei überführt, materialbasierte Arbeiten entwickeln sich aus offenen, teilweise unkontrollierbaren Prozessen, und algorithmisch erzeugte Formationen werden als Fragmente in den Raum übersetzt; Arbeiten die Teil eines fortlaufenden Prozesses sind, in dem sich analoge und digitale Verfahren, materielle Dynamiken und konzeptuelle Überlegungen gegenseitig durchdringen.
Die Ausstellung der in Münster lebenden Künstlerin zeigt erstmalig im Korbacher Wolfgang-Bonhage-Museum Arbeiten aus unterschiedlichen Werkzusammenhängen in einer gemeinsamen Präsentation, um so deren gemeinsame Fragestellungen in einer räumlichen Konstellation erfahrbar zu machen.
Über die verschiedenen Medien hinweg – Malerei, Skulptur, Installation und zeitbasierte Arbeiten – verbindet Anna Charlotte Frevels Praxis ein gemeinsames Interesse an Form als prozesshaftem, relationalem Gefüge. Unabhängig vom jeweiligen Material oder Medium entstehen die Arbeiten aus Situationen, in denen unterschiedliche Systeme aufeinandertreffen.
In der Malerei zeigt sich dies in der Überlagerung von digital generierten Bildräumen und materiellen Prozessen, in denen sich Bedeutungen verschieben und verunklaren. In den plastischen Arbeiten mit Maximilian Dörbecker wird Material selbst zum formgebenden Moment, dessen Verhalten nicht nur mitgedacht, sondern aktiv zugelassen wird, wobei diese Logik auch in Anna Charlotte Frevels Arbeiten auf algorithmische Prozesse ausgeweitet wird und Form als emergentes Ergebnis relationaler Dynamiken erscheint.
Anna Charlotte Frevel ist examinierte Meisterschülerin der Kunstakademie Münster und entwickelte 2024–25 im AI Lab der Vrije Universiteit Brüssel ein künstlerisches Forschungsprojekt zu generativen Wachstumsprozessen. Ihre Arbeiten umfassen Malerei, installative und skulpturale Arbeiten sowie algorithmische Bild- und Formgenerierung. Im Zentrum steht die Untersuchung von Form als Ergebnis dynamischer Wechselwirkungen zwischen biologischen, materiellen und technischen Systemen. Die Arbeit der Künstlerin ist in den vergangenen Jahren in vielfältiger Weise durch Stipendien und Förderprojekte unterstützt worden. Sie hat ihre Kunst in den vergangenen 10 Jahren im mehr als 30 Ausstellungen, u.a. in München, Hamburg, Potsdam, Mannheim, Essen, Brüssel, Los Angeles, Seoul, Treviso präsentieren dürfen.